Die Wahrnehmung ist das Tor zur Welt.
Das Schulfach Kunst will die Wahrnehmungsfähigkeit des Schülers in sinnvoller Weise entfalten, seine Freude an allem sinnlich Erfahrbaren fördern, seine kritische Wahrnehmung schärfen. Er soll sich als eigenständige Person in der visuellen Umwelt behaupten lernen.
Besondere Befriedigung bereitet immer wieder das eigene manuelle Tun.
Entwerfen, gestalten, malen, zeichnen, fotografieren, filmen, einen Gebrauchsgegenstand mit den eigenen Händen hervorbringen, das bedeutet in unserer fremdbestimmten Welt einen direkten Kontakt zu den Dingen.
Kunstunterricht bedeutet die eingefahrenen Gleise des Denkens, Fühlens und Handelns zu verlassen und eigene, kreative Ideen zu entwickeln und sie in die Tat umzusetzen.
Durch intensive geistige Auseinandersetzung mit Gesehenem und selbst Gestaltetem eröffnen sich neue Horizonte, werden Zusammenhänge durchschaubar, schärft sich das Urteil.
Die Auseinandersetzung mit unserer kulturellen Vergangenheit und die Begegnung mit Zeugnissen fremder Kulturen sind ein wichtiger Bestandteil des Kunstunterrichts.
Sie tragen dazu bei, den eigenen Standort besser zu verstehen, aber auch Toleranz gegenüber dem Anderen und Unbekannten zu entwickeln.
Wie wir mit unserer Umwelt umgehen, wie wir sie einrichten und gestalten, das entscheidet über unsere eigene und über zukünftige Lebensmöglichkeiten.
Ob es sich um die Ausgestaltung eines privaten Raumes, um Fragen des Städtebaus und der Denkmalpflege, um das Entwerfen eigener, neuartiger Kleider oder Gebrauchsgegenstände handelt: Immer führt uns das zu der Frage, wie die Dinge, die uns umgeben, und mit Ihnen unser ganzer Lebensraum zeit- und menschengemäß gestaltet und erhalten werden können.
Das Fach Kunst wird bis einschließlich 8. Jahrgang als Pflichtfach unterrichtet, in Jahrgang 9 und 10 kann es alternativ zum Fach Musik gewählt werden.
In der Sekundarstufe II kann Kunst als Grundkurs (GA) oder Leistungskurs (EA) und somit als Prüfungsfach gewählt werden.
Wolfgang Fischer, 20. Mai 2011
Fachleitung Musisch-Kulturelle Bildung